FTSV Altenwerder v. 1918 e.V.

Von den Anfängen bis zur Gegenwart

Geschichte des Freien Turn- und Sportverein Altenwerder von 1918 e.V.

Der FTSV Altenwerder von 1918 eV. entstand ans den Vereinen "Altenwerder Turnverein von 1908" und dem Sportverein "Frei Heil" aus dem Jahre 1918. Im Jahre 1907 wurde schon einmal versucht, einen Verein ins Leben zu rufen. Dieser Versuch verlief jedoch im Sande.

Im Jahre 1908 entflammte dann aber der Funke, der in die Jugend getragen wurde. Am 19. Februar des Jahres 1908 versammelte sich im Lokal des Gastwirtes Heinrich Wülfken eine Zahl junger Leute, um einen Turnverein ins Leben zu rufen. Dies waren:

 

 

Hans Behrmann Adolf Martens
Wilhelm Bersuch Fritz Meyer
Friedrich Evelspoek Heinrich Ohlhaber
Hermann Flügge Willi Porstmann
Paul Langeloh Ernst Schröde
Hans Lütjens Hans Wülfken
Johann Lüdders Wilhelm Schwartau

 

Zum 1. Vorsitzenden wurde Hans Lütjens gewählt, zum 2. Vorsitzenden und 1. Turnwart Wilhelm Bersuch. 2. Turnwart wurde Hans Wülfken, Schriftwart Wilhelm Schwartau, Kassenwart Johann Lüdders, Zeugwart Willi Porstmann. 10 aktive Turner fanden sich regelmäßig an den Übungsabenden ein. Zum Geräteturnen kam noch das Volksturnen und erfreute sich regen Zuspruchs. Während des 1. Weltkrieges kam der Turn- und Sportbetrieb zum Erliegen. Danach erholte sich der Verein jedoch wieder und wurde wieder aktiv bis ins Jahr 1944.

Gleichzeitig fanden sich im Jahre 1918 - genau am 14. Juni - folgende junge Leute, die dem "Club Strohut" angehörten, zusammen und gründeten den Turn- und Sportverein "Frei Heil von 1918", und zwar:

Hans Oestmann - Nikolaus Merkens - Willi Lünzmann - Johann Albers - Johann Breckwoldt -
Heinrich Schulenburg - Willi Schulenburg - Karl Buck - Hans Facklam - Rudolf Facklam -
Johannes Rieckborn - Hans Körbelin, die inzwischen alle verstorben sind.

 
O.R.v.l.n.r.: Hans Oestmann, Karl Buck, Willi Schulenburg, Heinrich Schulenburg, Heinrich Rieckborn . M.R.v.l.n.r.: Johann Breckwoldt, Johannes Rieckborn, Heinrich Holst, Hans Holst . U.R.v.l.n.r.: Hans Körbelin, Johann Albers, die inzwischen alle verstorben sind.

 


Der nunmehr zweite Verein in Altenwerder schloss sich dem Arbeiter-Turn- und Sporbund an und benutzte anfangs die Geräte des schon bestehenden Vereins im Saal des Gastwirts Paul Todtmann mit. Zweimal in der Woche wurde beim Licht einer Karbidlampe geturnt. Elektrisches Licht gab es damals in Altenwerder noch nicht.

Der Vorstand setzte sich wie folgt zusammen:

 

1. Vorsitzender Heinrich Schulenburg
2. Vorsitzender Hans Meewes
1. Kassierer Karl Buck
2. Kassierer Wilhelm Möhlmann
1. Schriftführer Oskar Hols
2. Schriftführer Ernst Becker
Revisoren Willi Schulenburg und Ernst Beckert

 

In den ersten Jahren bestand der Verein nur aus einer Turngruppe; jedoch schon im Jahre 1921 war die Mitgliederzahl auf 144 ! angewachsen. In diesem Jahr wurde auch eine Fußballabteilung gegründet. Bis zum Jahre 1926 mußte man sich mit einem in Eigenhilfe geschaffenen Sportplatz begnügen, der bei Sturmflut jedesmal unter Wasser stand. Aber im Jahre 1926 fand dieses Provisorium ein Ende, als beide Altenwerder Vereine im Binnenland am Altenwerder Querweg einen Sportplatz zur gemeinsamen Nutzung zugeteilt bekamen.

 


 
 Turnerinnen 1928 , links Heinrich Schulenburg
 Handballmannschaft um 1930

 

 

Im Jahre 1924 wurde eine Handballabteilung gegründet und erfreute sich in den darauf folgenden Jahren vieler Erfolge. Danach gründete man einen Trommler- und Pfeifenchor. Die Instrumente wurden überwiegend aus eigenerTasche bezahlt. Im Jahre 1927 schritt man zur Gründung einer Kinderabteilung.

Das Jahr 1933 ist eines der dunkelsten seit Bestehen des Vereins, denn nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten kam das Verbot für den Turnverein "Frei Heil von 1918" als Mitglied des Arbeiter- Turn- und Sportbundes. Die Geräte sowie das sonstige Vereinsvermögen wurden beschlagnahmt.

Der 2. Weltkrieg forderte viele Opfer an der Front wie auch in der Heimat. Viele unserer Mitglieder verloren ihr Leben. Nach Beendigung des Krieges waren es wieder einige junge Sportler, die eine Betätigung suchten. Am 9. März 1946 schlossen sich die Vereine Altenwerder Turnverein von 1908 und "Frei Heil von 1918" zum "Freien Turn- und Sportverein Altenwerder von 1918 zusammen". Es war ein historisches Ereignis.

Der Vorstand setzte sich nach der Fusion wie folgt zusammen: 

1. Vorsitzender Heinrich Schulenburg
2. Vorsitzender Hans Facklam
Schatzmeister Georg Geberding
Schriftführer Wilhelm Schulenburg
Sportwart Hans Behmann
Jugendwart Gustav Haenel
 

Die Durchführung des Turn- und Spielbetriebs erwies sich oft als äußerst schwierig. Der Sportplatz am Querweg sah aus wie eine Kraterlandschaft nach vielen Bombenangriffen. Auch die beschlagnahmten Tum- und Sportgeräte waren nicht auffindbar. Im Jahre 1949 fanden die ersten Besprechungen über den Bau eines neuen Sportplatzes am Querweg statt.

Der glückliche Umstand, dass seit geraumer Zeit der Fifa-Schiedsrichter und Vorstandsmitglied des Hamburger Fußball-Verbandes - Erich Burmeister - in unseren Reihen war, brachte die Dinge ins Laufen. Für das Bauvorhaben erwirkte er im Vorstand des Verbandes den Betrag von DM 30.000.-. Der Platz wurde gebaut und von der Summe blieb ein Rest von DM 8000,- übrig. Es entwickelte sich dann bei den Aktiven unseres Vereins eine kühne Idee! Bau eines Sporthauses, das waren träumerische Vorstellungen.

 
 Sporthochschule Köln: Erich Burmeister besteht das Examen und wird FIFA-Schiedsrichter. Links neben Burmeister Bundestrainer Sepp Herberger
 
 Das Sporthaus

 

Wieder war es Erich Burmeister, der das Finanzielle regelte. Es wurden nochmals DM 20.000.- bewilligt. Für insgesamt DM 28.000,- wurde unser Sporthaus erstellt. Dies war aber nur möglich, weil sich unsere Sportler bereit erklärten, dieses Sporthaus in Selbsthilfe zu bauen. Am 24. Juni 1950 war Richtfest und im September 1950 wurde uns das Sporthaus übergeben.

Inmitten von Weiden und Obsthöfen steht unser Vereinssymbol, der Wasserturm, daneben das Sporthaus und davor der herrliche Sportplatz.

 

Am 23. Februar 1950 wurde unser 1. Vorsitzender Heinrich Schulenburg, der seit der Gründung des Vereins "Frei Heil von 1918" und auch nach der Fusion den Verein mit großer Hingabe geführt hatte, durch Willy Witthuhn abgelöst. Zu seinem Stellvertreter wurde Heinz Holst, zum 2. Vorsitzenden Hans Facklam, zum Schatzmeister Heinrich Ockelmann und zum Schriftführer Wilhelm Schulenburg gewählt. Im Jahre 1953 wurde die Tischtennisabteilung gegründet. Unter der Leitung von Erich Burmeister entwickelte sich ein reger Spielbetrieb.

 

Einen besonders guten Griff machte der Verein, als er im Jahre 1952 den nicht mehr ganz jungen Turnlehrer Franz Westedt verpflichtete. Dieser Turnlehrer gab der Abteilung besondere Impulse. Sein Tod im Jahre 1959 hinterließ eine große Lücke bei den Turnerinnen.

Als in den darauffolgenden Jahren aus baulichen Gründen die Übungsstätte beim Vereinswirt P. Todtmann aufgegeben werden musste, kam die Turnabteilung völlig zum Erliegen. Erst als im Jubiläumsjahr 1968 die neue Schulturnhalle eingeweiht wurde, kam wieder Bewegung in die Turnabteilung. Ein besonderes Lob gilt dem damals 70jährigen Ehrenvorsitzenden Heinrich Schulenburg, der mit über 100 Aktiven einen neuen Start schaffte.

Um bei der Turnabteilung zu bleiben: Im Jahre 1969 übernahm unsere Turnerin Marianne Haenel als Turnwartin die Turnabteilung. Bis zum heutigen Tage führt sie zusammen mit ihrer Tochter Susanne Brussolo die Abteilung. Besonderen Anklang findet dabei das Mutter-und-Kind-Turnen. Wer dann in der Weihnachtszeit die Bescherung mit Weihnachtsmann erlebt, kann beurteilen, wie engagiert die beiden ihrer Arbeit nachgehen. Ihnen gebührt unser besonderer Dank.

 Doch nun noch einmal zurück ins Jahr 1968.

Unter dem damaligen Vorstand, Heinz Krukenbaum mit seiner Mannschaft, wurde das 50jährige Jubiläum vorbereitet und unter großer Beteiligung in unserem Heimatort Altenwerder gefeiert. Alle Beteiligten erinnern sich gerne an diese Tage zurück. Viel Mühe und Arbeit wurde durch den Erfolg gekrönt. Am 16.11.1970 musste auf einer außerordentlichen Hauptversammlung ein neuer Vorstand gewählt werden, nachdem der bisherige Vorstand zurückgetreten war, und zwar komplett.

 

Wieder einmal war es Erich Burmeister, der das in schwerer See befindliche Vereinsschiff flott hielt, indem er die Fäden spann, um der Versammlung einen neuen Vorstand vorzuschlagen. Als 1. Vorsitzender wurde Günter Facklam vorgeschlagen und mit einer Stimmenthaltung gewählt. Als 2. Vorsitzender wurde Willi Brandenburg vorgeschlagen und mit zwei Stimmenthaltungen gewählt. 23 Jahren führte und lenkte Günter Facklam mit seiner Mannschaft (engerer Vorstand) die Geschicke des Vereins, denn außer Willi Brandenburg und Marianne Haenel ist auch der Schatzmeister Henry Richter seit 25 Jahren dabei.

Die Ruhe im Verein dauerte jedoch nicht lange, denn im Jahre 1974 ging es los mit der Urnsiedlung der Bewohner von Altenwerder. Somit kam auch der FTSV Altenwerder in die vielleicht größte Krise seit Bestehen des Vereins. Mißmut machte sich breit. War alle Arbeit umsonst'? Viele Mitglieder verließen den Verein. Von ehemals über 600 Mitglieder sank die Zahl auf 300.

 

Während dieser Zeit machte man sich an die Arbeit, um dem Verein eine Zukunft zu geben. Von den Behörden bekam man anfangs wenig Unterstützung. Man legte dem Verein nahe, eine Fusion mit einem benachbarten Verein einzugehen. Wir jedoch legten Wert auf Eigenständigkeit und setzten dafür alle Hebel in Bewegung.

 

Während der Zeit der Unruhe und des Umbruchs stand unser 60jähriges Jubiläum 1978 vor der Tür. Wir entschlossen uns, dieses Jubiläum in der Aula der Schule in Altenwerder zu feiern. Viele Frauen unserer Mitgliedskollegen und die Turnerinnen erklärten sich bereit, für den Kommers ehrenamtlich mitzuarbeiten. So wurde für dieses Fest der Grundstock gelegt. Unter großer Beteiligung benachbarter Vereine, Behördenvertreter, Vereinsmitglieder und Gäste ist es uns gelungen, die Feier zur Freude aller zu richten. Man kann mit Fug und Recht behaupten, daß dieser Abend und das Spiel gegen den 1. FC St. Pauli, welches vor ca. 600 Zuschauern stattfand, ein absoluter Höhepunkt war.

 

Im Jahre 1977 dann - ein Silberstreif am Horizont - sollte laut Aussage von H. Raloff in Neuwiedenthal eine neue Sportanlage gebaut werden. Nun galt es, da den Hebel anzusetzen. Mit Unterstützung der Parteien und des Bürgervereins Hausbruch-Neugraben ist es uns dann gelungen, die schöne Sportanlage Neumoorstück für unsere Sportler nutzen zu dürfen. Aber was nützt der beste Rasenplatz, wenn noch kein Umkleidehaus vorhanden ist. Bis ins Jahr 1984 mußte man sich in der Turnhalle umziehen. Ein langer Streit mit der Schulbehörde begleitete unseren Sport. Doch das beständige Drängen bei den Behörden fiel auf fruchtbaren Boden. Auf Initiative des damaligen Bürgerschaftsabgeordneten Werner Weinrich wurde dann das Umkleidehaus errichtet und uns im Jahre 1989 übergeben. Damit war nun wieder fast alles komplett.


Mittlerweile stieg die Mitgliederzahl wieder auf über 600. 

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