FTSV Altenwerder v. 1918 e.V.

Jüngere Geschichte

Von 1900 bis heute

 

Mit Einbindung in das Hamburg-Harburger Eisenbahnnetz und damit an den Hamburger Hafen und das Harburger Industriegebiet wurde der entscheidende Anstoß für die jüngste Entwicklung Altenwerders eingeleitet. Während der Verhandlungen um die Vertiefung des Köhlbrandes durch Preußen gelang es Hamburg 1908/1909,

die Zustimmung für den Bau einer Eisenbahn von Harburg nach Finkenwerder mit Abzweigung nach Waltershof zu erlangen. Sie sollte der Güterbeförderungen zwischen dem westlichen Teil des Hamburger Hafens und den Harburger Industriegebiet dienen und führte damit zwangsläufig über Altenwerder hinweg.

 

Im Zuge dieser Entwicklung wurde 1913 vom Altenwerder Gemeinderat ein Gesamtbebauungsplan ohne Ansiedlung von Industrie beschlossen, der den Charakter einer modernen Gartenstadt hatte. Der erste Weltkrieg verhinderte die vollständige Umsetzung dieses Plans, der dennoch formell bis 1961 in Kraft blieb. 1918/29 war zwischen Hamburg und Preußen die Gründung einer Hafengemeinschaft beschlossen worden, die auch die Möglichkeit der Erweiterung des Hafengebietes westlich des Köhlbrandes einschloss. Die Eisenbahnstrecke selbst wurde dann mit einiger Verzögerung in den 30er Jahren gebaut. 1929 wurde die erste feste Landverbindung errichtet, eine Eisenbahnbrücke über die Süderelbe. Bis zum Bau der Kattwyckbrücke, der Köhlbrandbrücke und des Elbtunnels fuhren die Altenwerder mit dem Dampfer oder mit der Köhlbrandfähre nach Hamburg und Neuhof.

Am 26.1.1937 wurde ein Gesetz zu Groß-Hamburg und weitere Gebietsbereinigungen verabschiedet, das u.a. die Eingemeindung von Altona, Harburg-Wilhelmsburg und zahlreicher umliegender Dörfer, darunter auch Altenwerder und Moorburg, vorsah.

Vom Leuchtfeuer aus wurde in den 60er Jahren diese Aufnahme gemacht. Rechts ist Kattwyk zu erkennen. Die Köhlbrandbrücke war noch nicht im Bau.

 

Wiederum verhinderte ein Weltkrieg die zünftige Umsetzung des Hafenausbaus. Selbst noch um 1950 und den Wiederaufbauplänen für Hamburg sollte auf die landwirtschaftlich genutzten Gebiete um Altenwerder Rücksicht genommen werden. In den 50er Jahren erreichte die Einwohnerzahl mit ca. 2.500 ihren Höchststand.

Mitte der 70er Jahre wurde dieses Luftfoto von Altenwerder aufgenommen. Hansaport und Autobahn A7 waren bereits im Bau.

 

Im Zuge des raschen Wirtschaftswachstums fasste die Behörden für Wirtschaft und Verkehr zum ersten Mal die Hafenerweiterung im Gebiet von Gesamtaltenwerder ins Auge. Mit dem Hafenerweiterungsgesetz 1961 wurde auf Altenwerder die Errichtung neuer Wohn- und Industriegewerbebauten bereits untersagt, Grundstücke durften nur an die Stadt Hamburg veräußert werden. Mit Änderung des Hafenerweiterungsgesetzes dann am 21.1.1974 wurde Altenwerder endgültig und unwiderruflich Hafenerweiterungsgebiet, seine Bevölkerung nach und nach umgesiedelt. Nach langen Verhandlungen verließen die meisten Bürger in den Jahren von 1976 - 1980 das Dorf. 1993 ist das Planfeststellungsverfahren eingeleitet worden, und mit dem Bau des Hafens begann man 1996. 1998 verlassen die letzten Bewohner Altenwerder. 

 

Von Altenwerder ist nur die weithin sichtbare St.Gertrud-Kirche übrig geblieben, sie steht unter Denkmalschutz und soll in weitere Planungen einer Grünzone einbezogen werden. Diese Aufnahme stammt aus den 60 Jahren.

 

 

 

  

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Altenwerder-Das Dorf-Quellenachweis.

 

Die hier benutzten Informationen und Bilder wurden entnommen aus:

 

"Altenwerder": Bezirksamt Harburg in Zusammenarbeit Denkmalschutzamt Hamburg;

 

"Altenwerder": fotografiert von H.U.Schwartau & Lothar Ehlers;

 

Material der St.Gertrud-Kirche Altenwerder

 

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